„Eine Handwerkskultur kann nicht mittels Ausstellungen in Museen bewahrt werden. Sie kann nur überleben, wenn sie gelebt, wenn sie professionell ausgeübt und gelehrt wird und ihre Produkte kreativen, zeitgenössischen Prozessen unterworfen sind.“

Gewebe und
Schützen im Webstuhl

Das Weben am Handwebstuhl ist Handarbeit pur:

Der Arbeitsprozess beginnt beim Webdesign mit dem Aussuchen von Materialien und Farben und dem Entwurf einer Gewebebindung. Die Fragestellung lautet: Welches Garn, welche Garnstärke, welche Webart passen zum Endprodukt? Wie entsteht aus der Verflechtung dieser Komponenten eine dem Verwendungszweck angemessene, gute Qualität?

Begriffe der Webersprache hören sich so an:

Webpatrone, Garnberechnung, Schären, Bäumen, Litzen- und Blattstechen, Vorbinden, Querschemel und Tritte anschnüren, Fachrichten, Schussspulen, Anweben, Anschlagen, Rohware herausschneiden...

Webstuhl Detail

Ich arbeite auf einem Flachwebstuhl der Fa. Glimåkra mit 150 cm Webbreite, Kontermarsch (12 Schäfte, 12 Tritte), Sektionalschäreinrichtung und Schnelllade. Als Material verwende ich durchwegs 100 % Naturfasern.

Garnrollen

Thema 2017: Wild Tweed

Aus Wollgarn der Shetland Inseln entsteht ein Tweedstoff in vielfältiger Farbverflechtung. Verwendungszweck: Stola, Poncho, Bekleidungsstoff.

Tweed am Handwebstuhl

Thema 2016: Schafskälte - Wolle wärmt

Wollstoff am Handwebstuhl

In meiner Werkstatt standen 2016 Schaf + Wolle im Fokus: Wie geht es den Hirten? Wie geht es den Schafen weltweit? Welchen Stellenwert hat ihr Wollkleid für uns heute? Wie und zu welchen Produkten lässt sich dieses Material verarbeiten? Die erste Wollkette mit rund 30 m Länge ist abgewebt. Es enstanden Wolldecken in der Bindung Fischgratköper. Jede Decke ist einer Landschaft gewidmet und in Farbe und Musterung ein Unikat.

Wolldeckenunikate in der Streuobstwiese

Dunst über Capri Springtime in Tennessee Valley Springtime in Tennessee Valley Detail Tving im Sonnenschein Detail

Thema 2015: Handgewebte Textilien für Küche und Bad

2015 entwarf und webte ich Küchentücher, Schürzen, Handtücher und Sets. Als Bindung hatte ich eine Kombination aus vierschäftigem Kett- und Schussköper gewählt.

Als Kettmaterial verwendete ich ungebleichtes Bomullin Ne 22/2 (60 % Leinen, 40 % Baumwolle, kbA, GOTS [Global Organic Textile Standard Zertifizierung]), als Schussmaterial kamen das Kettgarn, 100 % Leinen in verschiedenen Stärken oder 100 % Baumwollchenillegarn, kbA, GOTS, zum Einsatz. Die Schussgarne der Küchentücher, Schürzen und Sets sind im Grund naturfarben mit ungebleichtem und gebleichtem Leinen sowie farbigem Leinen- oder Bomullingarn. Das Chenillegarn für die Handtücher ist naturfarben oder silbergrau, auch hier setzen Streifen aus farbigen Garnen Akzente.

Gewebebindung Detail

Handtuch am Haken Küchentuch am Haken

Küchentücher in Reihe aufgehängt

Meine Webstücke sollen auch dazu beitragen, über Ressourcenschonung durch den Kauf guter, langlebiger Produkte und über Fairness im Umgang mit den produzierenden Arbeiterinnen und Arbeitern nachzudenken. Als jemand der weiß, wieviel Wissen und Zeit, wieviel Planung und wieviele Handgriffe von der Fasergewinnung, der Garnherstellung und letztendlich der Verkreuzung von Fäden beim Weben stecken, möchte ich dazu anregen, Textilien eine größere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu schenken und vor allem den Menschen weltweit, die in der Textilbranche arbeiten, mehr Respekt zukommen zu lassen.

Einladung zum Webermarkt nach Haslach, Austria im Juli 2017:

Einladungskarte Webermarkt

Nähere Infos: Download Einladung
Programm Sommersymposium 2017 Textiles Zentrum Haslach

Ausstellung und Verkauf im "nice fabrics studio"

Kirchgasse 20 in Hersbruck
Mo. - Do. von 14 - 17 Uhr und nach Vereinbarung.